Watelinde - die Urgroßmutter aller Harzhexen

Vor langer Zeit lebte am Fuße des Hexentanzplatzes in Thale ein altes Zauberweib namens Watelinde. In vollmondbeschienen Nächten trieb sie im Bodetal ihr Unwesen und zog durch ihre höllischen Künste fromme Jungfauen in ihren Bann, um sie ebenfalls zu Hexen zu machen. Nun geschah es, dass in einer besonders schönen Vollmondnacht ein junges Mädchen namens Hilda im Bodetal nach Kräutern suchte, denn in Vollmondnächten zeigen Heilkräuter bekanntlich ihre größte Wirkung. Watelinde aber hatte das Mädchen gleich erspäht und gerade als Hilda sich auf den Heimweg begeben wollte, erschien vor ihr ein riesiges Ungeheuer in Gestalt einer teuflischen Katze.

Gelb glühten die fürchterlichen Augen der schrecklich Kreatur. Hilda wollte fliehen, doch es gab kein Entrinnen. Sie erkannte die böse Hexe Watelinde hinter der grausamen Fartze.

Die schwarze Gestalt spieh Funken und sprach: "Nun bist Du gefangen und sollst fortan mein sein." Da bekreuzigte sich Hilda und wie durch ein Wunder frischte der Wind auf und Blitze und Donner durchzuckten die Nacht. Gott selbst durchbohrte Watelinde mit einem Blitz und ihr Körper wirbelte durch die Luft. Als Strafe für ihr übles Tun verwandelte er sie in Stein und noch heute blickt ihr versteinertes Gesicht auf die Besucher des Bodestales hinab, bekannt als der Urgoßmutterfelsen. #hexentanzplatz