Peregrinus Hühnerkopf

Peregrinus Hünerkopf, Amtsmann der Westerburg im Huy, ließ gegen Ende des 16. Jahrhunderts eine Anzahl von Frauen aus Rohrsheim wegen Hexerei bei lebendigem Leib am Schäferteich verbrennen. Die Prozessakten aus seiner Amtsstube, dem sogenannten "Schweißstüblein" sind zum Teil erhalten, zum Teil verschwunden.

Seine Motive sind bis heute unklar. In einem Brief von ihm unterstellt er, dass seine Frau verhext worden sei und deshalb gestorben ist.


Zu seinen bekannten Opfern gehörten:


  • Anna Meyer

  • Witwe Lichtenberg

  • Ilse Heinemann und Tochter

  • Susanne Behrens

  • Froböses Frau

  • Schapers Frau und ihre Mutter

  • Hinze

  • Blume

  • Hans Bruns Frau

  • Katharina Bernburg konnte entkommen, wurde jedoch in Wernigerode verurteilt

Geschätzt hat Peregrinus Hünerkopf etwa um die 30 Opfer auf dem Gewissen. Die Prozesse verliefen stets gleich: Hünerkopf verabreichte einen Trank, das vom Scharfrichter bereitete "Arkanum", und ließ hernach die Delinquentinnen foltern. Nach dem erzwungenen Geständnis zahlte Hünerkopf eine Gebühr an den Magdeburger Schöppenstuhl, welcher dann "von Rechts wegen" das Todesurteil verkündete.

Dem Schöppenstuhl wurde es allmählich zu arg, alHünerkopf aus den alten Prozessen im neue erzeugte. Es schien ihm, als "sollten sämtliche Frauen in Rohrsheim in Rauch ausfgehen." (Hermann Clajus, Aus alter und neuer Zeit vom Dorfe Rohrsheim und der Domäne Westerburg, Osterwieck 1907)


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